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Samstag, 28. April 2012

Medien. Macht. Verfall – die 8. Studentischen Medientage Chemnitz


Am gestrigen Freitag war es endlich wieder soweit und nach vielen Anrufen, guten Organisationstalenten und gewiss einiger schlafloser Nächte, eröffneten die Organisatoren der 8. Medientage die Türen zu jeder Menge Wissenswertes zum Thema Werbung.

Die Medientage werden ausschließlich von Studenten organisiert, d.h. sie bestimmen das Thema (welches jedes Jahr sich mit einem medialen Topic beschäftigt), suchen Redner (fast nur Studenten), organisieren Workshops (meist von Experten), akquirieren Sponsoren, bauen Webseiten, …  und das alles für Studenten aus aller Welt, denn auch englischsprachige Vorträge werden geboten. Das Tolle ist, dass sich die Studenten mit etwas Glück bei anderen Studenten einladen können (ähnlich wie Couchsurfing), viel Neues kennenlernen, mit anderen Studenten in Kontakt kommen und mit Experten, z. B. bei der Podiumsdiskussion, viele Fragen stellen können, 100%ig Spaß haben und alles kostenlos ist.

In diesem Jahr tragen die Medientage den Titel „Medien. Macht. Verfall“ und startete am 27.04.2012 (Ende 29.04.2012) mit einem Sektempfang und der Keynote von Hartmut Kozok. Dieses Ereignis konnte ich mir nicht entgehen lassen und schaute vorbei. Warum? Natürlich war es ganz angenehm an diesem warmen Freitag eine kleine Erfrischung zu bekommen, mich nicht zuletzt das Thema ansprach und wegen Hartmut Kozok. Wer?
Hartmut Kozok  ist:
·         „Gründer und Geschäftsführer Freihafen(2001), TribalDDB( 2005), DDBTribal (2011)
·         Kinderbuchautor („Jasper schafft Platz“ 2007 nominiert für d. Dtsch. Kinderbuchpreis)
·         Dozent Miami Ad School, Designfactory, Hamburger Technische Kunstschule
·         Mitglied zahlreicher Jurys (Cannes 2010)
·   Kunden: Otto Versand, Axel Springer/ Computerbild, Tchibo, Volkswagen, Mont Blanc, Nike, Paypal, HSE/ Entega, Telekom, McDonalds“  (Quelle: http://www.medientage-chemnitz.de/?page_id=405)

Mit anderen Worten: Er ist ein Mann, der tolle Spots macht und mir in meiner Arbeit nicht selten über den Weg läuft.

Er sprach gestern über seine Arbeit und das Verhältnis von Medien zur Macht und dessen Folgen wie GuttenPlag und dem arabischen Frühling. Medien haben Macht so das Fazit und können zu Fall einiger Personen oder Mächte führen, aber durch sie wird uns auch bewusst, wie schnelllebig die Medienwelt ist, alles schneller zu gehen scheint und alles immer mehr wird. Einen Überblick zu behalten wird immer schwerer und fast erscheint es auch so als würde Erfahrung in den Hintergrund treten und Neugier in den Vordergrund.

Ein komplexes System bildet die drei Begriffe, der diesjährigen Medientage, welche einen Besuch unbedingt wert sind und das nicht nur wegen Herrn Kozok.

Montag, 23. April 2012

Teil 1: Wahrscheinlichkeiten – Coke Zero und TNT Drama


Wir alle wissen, dass es unwahrscheinlich ist, einmal im Lotto zu gewinnen, vom Blitz getroffen zu werden oder sogar Sechslinge auf die Welt zu bringen, aber es gibt Leute, denen all dies passiert. Aus diesem Grund ist unser Leben auch so spannend und voller Zufälligkeiten, zumindest solange man es zulässt und etwas wagt.

Einer von zwei Werbefilmen, welche ich euch nun vorstellen möchte, spielt mit Unwahrscheinlichkeiten und dem Mut aus der Reihe zu tanzen und wenn es nur für einen Moment ist.

Spot 1: Push the button – TNT Drama
Über 28 Millionen (Stand 22.04.12) Menschen schauten sich diesen 1:46 Minuten langen „Spot“ an und das alleine ist bereits ein Beweis, wie gut diese Werbung bei den Zuschauern ankam. Das Thema, welches hier behandelt wird, ist eine dramatische Überraschung oder überraschendes Drama, womit der Pay-TV-Sender TNT Drama für sich wirbt. Im Mittelpunkt steht ein roter Button auf einem Marktplatz in einem verschlafenden belgischen Dorf. Normalerweise würde ein solcher Button hinter Panzerglas aufbewahrt werden mit dem Hinweis „Warnung“ oder „Nur im Notfall betätigen“ und man wüsste, den darf ich nicht drücken, sonst passiert vielleicht etwas Schlimmes. Der gesunde Menschenverstand lässt uns also daran vorbei gehen,… aber haben wir nicht alle schon einmal daran gedacht etwas Unerlaubtes zu tun, etwas was wir sonst nie tun würden und das nur um das Ergebnis zu sehen, das Adrenalin in unserem Körper zu spüren? Ich schon, besonders wenn ein großer Pfeil eben dazu auffordert.
Wir haben also einen Marktplatz, neugierige Leute um diesen Platz herum, den gut sichtbaren roten Button genau in der Mitte und darüber einen Pfeil mit der Aufforderung „Push to add drama“. Eigentlich logisch, dass es sich hierbei um eine Marketingkampagne handelt, denn wie oft sehen wir so etwas im normalen Leben (es sei denn wir arbeiten in einem Atomkraftwerk, in einem Chemielabor oder sind der Präsident der Vereinigten Staaten). Was kann also schon passieren, wenn wir darauf drücken? Und verträgt nicht jedes Leben ab und an etwas mehr Drama, Spannung und Action? Das ist unsere Chance! Also, drücken wir bzw. die Passanten in Belgien den Knopf. 


Die Hand ist noch nicht ganz vom Button herunter, als ein Krankenwagen mit Sirene vor einem parkt. Heraus rennen zwei Sanitäter, die einen Patienten aus dem Haus gegenüber holen, welcher prompt von seiner Trage fällt. Wieder rauf gepackt, wird er in den Wagen geschoben und Gas gegeben, nur leider fällt der arme Patient auch hier heraus.
Ein vorbeifahrender Radfahrer sieht den armen Kerl, aber nicht das der Krankenwagen haltgemacht hat und die Fahrertür aufgeht, auf welche er zu fährt. Er stößt gegen die Tür und stürzt. Allerdings achtet der Sanitäter nicht auf ihn und das macht den Radfahrer wütend, er greift den Sanitäter an, der sein T-Shirt auszieht und auf ihn einprügelt.
Der zurückgebliebene Patient hingegen greift den zweiten Sanitäter an.
In diesem Moment kommt eine Motorradfahrerin vorbei, welche lediglich rote Spitzenunterwäsche trägt.
Doch noch nicht genug, denn kaum ist die attraktive Fahrerin weg, da kommt auch schon ein schwarzes Auto vorgefahren, das quietschend vor dem Krankenwagen hält. Ein paar Männer in schwarzen Anzügen steigen aus und schießen auf die Polizisten, die eben erst hinter dem schwarzen Auto geparkt haben.
Es gibt Verletzte, doch das kümmert kaum jemanden, als sich fast alle in irgendein Fahrzeug drängen und wegfahren. Auf dem Platz bleibt nur einer der Anzugträger verletzt zurück. Vorerst, denn vier Football-Spieler stürmen aus dem Haus und trägen in hinein, während die Motorradfahrerin zurückkehrt.
Das Ganze endet mit einem Plakat, welches an der Hauswand ausgerollt wird und das auf den Sender TNT verweist mit dem Hinweis, dass dieser Sender einem seine tägliche Dosis Drama verabreicht.

Kleines Fazit:
Super Idee, die mit vielen Schauspielern und unterschiedlichen Aktionen einhergeht und für die Betroffenen wohl mehr als eine kleine Dosis Drama bedeutet.
Der Film überzeugt vor allem durch die gute Arbeit der Darsteller, die ein einstudiertes Stück immer wieder zur Perfektion treiben. Allerdings lebt der Film ebenso von der Musik, welche natürlich nur für den Zuschauer des You-Tube Films (oder einer anderen Social Media-Plattform) zu hören ist. Diese Musik steigert sich mit dem Grad der Dramatik und verrät den Zuschauer schon in der Einleitung, dass es spannend werden wird. Nicht zuletzt sind die Laiendarsteller wichtig, denn diese drücken erst den Knopf und durch ihre Mimik wird deutlich wie fasziniert und überrascht sie von all dem sind. Der Zuschauer am Bildschirm fiebert durch diese Mimiken mit und überlegt sich vielleicht sogar selbst, wie es wäre dort zu sein.

Nur eine Frage: Warum bleiben diese Leute am Button stehen? Wäre ich vielleicht weggelaufen? Eine Frage, die sich nur lösen lässt, wenn endlich auch einmal eine solche Aktion auf einen meiner Wege passiert und ich hoffentlich den Mut habe auf einen roten Button zu drücken, aber wie wahrscheinlich ist das schon?

Zum Spot:
Zeit: 1:46 Minuten
Datum: April 2012
Auftraggeber: TNT Drama
Ort: Aarschot, Belgien

Quellen:

Freitag, 13. April 2012

Kopfstand – Rexona


Hier ein Spot, der zwar schon einige Jahre zurückliegt, aber nicht an "Aha"- Effekt verloren hat.

Es gibt viele Möglichkeiten auf die Besonderheiten eines Produkts einzugehen – einfach gar nichts tun und hoffen, das Produkt fällt auf; Plakate; Hinweise auf der Webseite bis hin zum Werbespot. Rexona nutzte Unteranderem im Jahr 2008 den Werbespot, um die Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass der neue Deo-Roller auf den Kopf steht. Jedoch nannten sie dieses Detail nicht am Rande eines anderen Rexona-Spots, denn die Deo-Formel änderte sich nicht, sondern produzierten gleich einen ganz neuen Spot.
Im Spot ist das Supermodell Lisa Marie Stelly zu sehen, welches besonders bekannt durch einen kurzen Auftritt in einem Green Day Video wurde. Sie steht ebenso wie das Deo auf den Kopf, wobei eigentlich aus der Sicht des Zuschauers das Zimmer/Haus auf den Kopf steht. Dank eines guten Klebstoffes halten die Blumen in der Vase, der Schrank an der Wand und die Kleidung darin. Natürlich wird der Klebstoff nicht erwähnt, denn angeblich steht das Modell Kopf, was durch die abstehenden Haare und … die von der Schwerkraft nach unten gezogenen Brüste verdeutlicht wird.
Der Spot ist wirklich gut gemacht und auch lustig, besonders wenn sie etwas schmunzelnd auf ihren Busen schaut.
Doch ebenso toll wie der Kopfstand ist der Song, welcher erst durch den Spot an Bekanntheit gewann. In dem Video von Gabriella Cilmi (Sweet About Me) steht auch ein Kerl Kopf, aber nicht nur dadurch passt er, denn auch der Text berichtet von einem Hängenden. 


Die Werbung ist ein gutes Beispiel dafür wie Song und Spot zusammenspielen und wie ein Spot die Bekanntheit eines Songs steigert.

Zum Spot:
  • Zeit: 31 Sekunden
  • Auftraggeber: Rexona
  • Produkt: Deo-Roller
  • Song: Gabriella Cilmi - Sweet About Me

Quellen: